Neues Pferdchen im Stall – Stanton Switchback 631

Stanton Switchback 631

Auch wenn es hier ziemlich ruhig geworden ist, der Schein trügt. Mittlerweile hat ein neues Pferdchen seinen Platz in der Box und in meinem Herzen eingenommen und wird fleißig ausgeritten. Der Wunsch nach einem robusten Herbst-Winter-Frühjahr Sportgerät ohne Schnickschnack, kombiniert mit der schon immer währenden Affinität zu filigranen Stahlrahmen mündeten schnell in der Order eines Stanton Switchback 631 von der Nachbarinsel. Dabei sollten bereits bestehende Komponenten ihren Weg ans Rädchen finden, ohne aber komplette Gruppen mühselig umschrauben zu müssen und vielleicht will man im Sommer ja auch einmal Hardtail fahren.

Aufbau:

  • Rahmen: Stanton Switchback 16,5 “ Cherry Red (mit gleichem Reach wie mein Ghost Riot, bei 2,5 cm niedrigerem Sattelrohr macht es sehr wendig und für meine 1,70 m Körpergröße genau richtig)
  • Gabel: Rock Shox Pike RCT3 130 mm (aus dem Ghost Riot gemopst, dieses durfte sich über eine neue 150 mm RS Pike DPA freuen, ich natürlich noch mehr)
  • Laufräder: Easton Haven 27,5 “ (Leihgabe aus dem Ghost Riot, wird nach dem Winter wieder getauscht, oder doch nicht …?)
  • Schaltung: Shimano XT M8000 1 x 11 (Preis-Leistung aktuell nicht zu schlagen)
  • Bremsen: Shimano XT M8000 (bewährt, Preis ist okay und endlich auch in Schwarz)
  • Lenker: Syntace Vector DH 740 mm (Altbestand vom Morewood Kalula, welches aktuell mit Joystick/Syntace-Komponenten gesteuert wird)
  • Vorbau: Syntace Megaforce 2 40 mm (auch aus dem Kalula über, dort wurde es ein 50 mm Megaforce 2)
  • Kurbel: Race Face Turbine Cinch mit 30er Blatt (Directmount Kettenblatt auf einer CNC-Schönheit, unwiderstehlich und preismäßig zwischen XT und SRAM)
  • Innenlager: Race Face
  • Steuersatz: Hope
  • Kette: KMC
  • Reifen: HR Maxxis Highroller 2 / VR Maxxis Shorty (perfekte Kombi für nasses Winterwetter dank guter Selbstreinigung und massig Grip)
  • Sattel: Ergon SME3 (durch die aufrechte Sitzposition und das fortschreitende Alter braucht man (ich) es etwas breiter und komfortabler, leider kein Fliegengewicht wie der Selle Italia SLR Titan)
  • Sattelstütze: XLC AllMtn 100 mm (mit 740 g auch gut als Rammbock zu verwenden, etwas wenig Verstellbereich und ziemlich schwergängig, funktioniert aber bisher tadellos)
  • Pedale: NC17 Sudpin S3 (meine Alltime-Use-Flats, nach 3 Jahren für DH/Enduro/All-Mountain zwar mit gelegentlichem Zahnausfall, aber sonst top)

Herr Conrad sucht den Frommestrail

Nach leidiger gestriger Anfahrt, 8,5 Stunden, empfängt uns SFL (Region Serfaus-Fiss-Ladis) mit 32 °C und Sonnenschein. Bevor das Wetter die nächsten Tage umschlägt heißt es schnell die ersten Abfahrten zu erkunden. Da wir einfach nicht aus dem Bett gekommen sind, lasse ich den Bikepark für heute Links liegen und wir fahren mit der Schönjochbahn, dank Supi-Spitze-Prima-Sommer-Karte kostenfrei*, auf 2.417 Meter (* Bike kostet 10 Euro extra).

Der Frommestrail startet nach einem kurzen Uphill zum Kreuz direkt mit einer grandiosen Aussicht auf den Speichersee Frommes – so muss das aussehen, das Bikerherz schläg höher. Von einem flowigen Start kann allerdings keine Rede sein, der geröllige Trail fordert Konzentration und die Wanderer versuchen ebenfalls Traktion aufzubauen. Langsam offenbart sich die Kategorisierung „Schwarz / Expert“ auf der Trailmap vom Bikepark SFL mit einer Einstufung von S2 bis S4 auf der Singletrail-Skala. Nach dem Frommeskreuz freut sich das Vorderrad über etwas Vegetation zum Verbeißen, es wird griffiger und schneller.

Leider passiert mir etwas, was im Thüringer Wald noch verzeihbar zu korrigieren ist, in den Alpen nur mit sehr viel Kondition – ich nehme die falsche Abfahrt und finde mich auf einem verblockten schmalen Wanderstieg in Richtung Ladis wieder. Ich motiviere mich die kleine Herausforderung anzunehmen, aber die Laune ist im Keller und der untere Teil des Frommestrail bleibt für mich unentdeckt. Ich schiebe es natürlich auf die schlechte Beschilderung, schließlich habe ich Urlaub! Eine Wiederholung wird bockig abgelehnt.

Forststraßenparadies am Traunstein

Ja, mit den Radfahrern haben sie sich noch nicht arrangiert, hier im Salzkammergut, zumindest was die mögliche Koexistenz von Wanderern und Mountainbikern auf ausgewiesenen Wegen angeht. Hier sind nur sehr wenige Forststraßen (also keine Trails) überhaupt für Radfahrer freigegeben. Schade, aber natürlich hält man sich an die Vorgaben, denn Provokation ist ja bekanntlich kontraproduktiv. Servus.

Willkommen

in der Schrebergartenkolonie am Timmendorfer Strand (Insel Poel). Nach einer langen Nacht durch komplett Dänemark erwartete uns die Ostsee und bei badetauglichem Wetter kann man über den Kulturschock schnell hinweg kommen (zumindest für zwei Nächte). Um nicht allzu sehr aufzufallen, haben wir die Rituale der Stammeshäuptlinge weitestgehend übernommen (Rasenmäher für den Stellplatz hatten wir leider nicht mit und Gartenzwerge waren uns zu teuer) und uns durch das Anbringen der Herkunftsfahne am Bug des Schiffs sofort integriert.
Mit einem letzten abendlichen Spaziergang konnte die Fuji X20 auch auf einmal Farbe knipsen, ohne Stativ und nach zwei Radeberger hat aber auch dies für Schnappschüsse gut funktioniert.
Somit endet der diesjährige Urlaub mit knapp 3.000 km im Bus und mächtig vielen Bildern im Kopf und Herz. Norwegen wir sehen uns!

Tschüss Norwegen

Mit dem letzten Stopp in Hornnes kam auch endlich die Sonne und so blieben wir einfach noch zwei Tage in traumhafter Natur. Am Abreisetag dann noch eine neue Überraschung, die Batterie vom Bus hat sich auch komplett ausgeruht. Zum Glück war der süße Bulli von nebenan absolut safaritauglich ausgerüstet und so haben wir die Fähre in Kristiansand pünktlich bekommen.


Da wir immer noch mit Dauerregen zu kämpfen haben, haben wir beschlossen die Kurve schon unterhalb von Bergen wieder nach Süden zu kratzen, um Anfang nächster Woche die Fähre in Kristiansand wieder gehn Dänemark zu nehmen.
Gestern hatten wir doch glatt ein paar Sonnenstrahlen und haben sofort den erst besten Stellplatz angefahren, direkt am Wasser und toller Kulisse auf die Berge. Heute dann wieder die ganze Fahrt durchweg nass, aber dafür mit einem traumhaften Zwischenstopp auf einem Hochplateau. Leider überall „no Camping“. So schön das wilde Camping auch ist, das Wetter muss passen, sonst ist die Euphorie nach ein paar Tagen dahin und die heiße Dusche ruft. So auch heute. Einfach den ersten Campingplatz angefahren, 5 Sterne Schickimicki, aber dafür wieder direkt am See und mit gaaanz heißer Dusche.
Nur Rauchen kann man sich hier sehr schnell abgewöhnen, der Versuch ein Päckchen Tabak zu kaufen wurde vom Preisschild unterbrochen, es zeigte 265 NOK, Kurs 1:8 ungefähr. Jetzt Klaviermusik in der Lobby des angrenzenden Hotels und vor allem WiFi, yeahhr.

Wetter!

Kurzes Familientreffen in Dänemark und weiter ging es zur Fähre in Richtung Kristiansand. Nach einer Überfahrt bei gefühlter Windstärke 12 scheidet der Beruf als Krabbenfischer für mich aus. Nach 3,5 Stunden empfing uns Norwegen mit bestem Wetter für wildes Campen, danke Regengott. Wir fanden auf Anhieb (nach 3 Stunden Fahrt) einen Stellplatz direkt am Fluss und die erste Nacht war nach den letzten Tagen wirklich erholsam. Der nächste Tag begann mit Sonnenschein und für das richtige outdoor feeling war das Bad im Fluss obligatorisch. Danach hieß es auf in Richtung Norden, das Ziel Bergen steht nach wie vor. Da man andauernd mit kleinen Fähren übersetzen muss und die Straßen oft nicht mehr als 60 km/h zulassen, war es bereits nach 18 Uhr als wir die Suche nach einem neuen Stellplatz aufgaben und einen Campingplatz in Preikestolen zur Übernachtung wählten. Es hätte auch ein solcher in Zingst sein können, denn 90 % aller Kennzeichen tragen ein „D“. Prima wild life.