Willkommen

in der Schrebergartenkolonie am Timmendorfer Strand (Insel Poel). Nach einer langen Nacht durch komplett Dänemark erwartete uns die Ostsee und bei badetauglichem Wetter kann man über den Kulturschock schnell hinweg kommen (zumindest für zwei Nächte). Um nicht allzu sehr aufzufallen, haben wir die Rituale der Stammeshäuptlinge weitestgehend übernommen (Rasenmäher für den Stellplatz hatten wir leider nicht mit und Gartenzwerge waren uns zu teuer) und uns durch das Anbringen der Herkunftsfahne am Bug des Schiffs sofort integriert.
Mit einem letzten abendlichen Spaziergang konnte die Fuji X20 auch auf einmal Farbe knipsen, ohne Stativ und nach zwei Radeberger hat aber auch dies für Schnappschüsse gut funktioniert.
Somit endet der diesjährige Urlaub mit knapp 3.000 km im Bus und mächtig vielen Bildern im Kopf und Herz. Norwegen wir sehen uns!

Tschüss Norwegen

Mit dem letzten Stopp in Hornnes kam auch endlich die Sonne und so blieben wir einfach noch zwei Tage in traumhafter Natur. Am Abreisetag dann noch eine neue Überraschung, die Batterie vom Bus hat sich auch komplett ausgeruht. Zum Glück war der süße Bulli von nebenan absolut safaritauglich ausgerüstet und so haben wir die Fähre in Kristiansand pünktlich bekommen.

Ausgesperrt

Wenn man sich im Urlaub mal ein wenig Abwechslung wünscht, weil gerade alles so entspannt und ruhig ist, geht das ganz einfach. Man packt alles, also wirklich alles wie Handy, Tasche, Portemonnaie und Ausweis, ins Auto und legt den Autoschlüssel einfach dazu. Aber er sollte nicht im Zündschloss stecken, das wäre zu einfach.

Dann schiebt man einfach alle Türen zu und schwupp, nach ein paar Sekunden macht die automatische Türverriegelung dicht und das Herz eine kurze Pause, so circa 30 Sekunden. Danach läuft man mindestens 5 Runden um das Auto, es könnte ja doch irgendwo ein Tür nicht richtig geschlossen sein, was allerdings gegen die Regeln des Spiels ist.

Der Schwierigkeitsfaktor lässt sich dabei modular verändern, beliebte Bausteine sind dabei: Samstag Abend, Dunkelheit, Kälte und als matchmaker: Aufenthalt im Ausland, Fremdsprache und Parken im Nirgendwo.

Wenn man genug hat geht das Spiel auch ganz schnell zu beenden, die Seitenscheibe zerspringt durch einen gekonnten Schlag mit einem Stein in tausend Scherben, oder man hat Glück, steht wie wir auf einem Campingplatz, der nette Mensch an der Rezeption ruft einen Autoservice mit Wochenendbereitschaft, dieser hebelt die Seitentür fachmännisch etwas auf, man hat Glück und der Schlüssel liegt direkt auf dem Beifahrersitz, es macht schwupp und die richtige Taste wird mit einem langen Draht gedrückt und die ZV springt auf.

Nach dem kurzen aber wichtigen Jubel ruft man in Deutschland die Servicenummer der Versicherung an, zahlt gleich beim netten norwegischen Autoknacker per Visa und bedankt sich mit dem letzten deutschen Bier aus dem Kasten, welches freudig angenommen wird.

Das Herz darf wieder normale Frequenzen schlagen die Nacht im Bus ist umso ruhiger.


Da wir immer noch mit Dauerregen zu kämpfen haben, haben wir beschlossen die Kurve schon unterhalb von Bergen wieder nach Süden zu kratzen, um Anfang nächster Woche die Fähre in Kristiansand wieder gehn Dänemark zu nehmen.
Gestern hatten wir doch glatt ein paar Sonnenstrahlen und haben sofort den erst besten Stellplatz angefahren, direkt am Wasser und toller Kulisse auf die Berge. Heute dann wieder die ganze Fahrt durchweg nass, aber dafür mit einem traumhaften Zwischenstopp auf einem Hochplateau. Leider überall “no Camping”. So schön das wilde Camping auch ist, das Wetter muss passen, sonst ist die Euphorie nach ein paar Tagen dahin und die heiße Dusche ruft. So auch heute. Einfach den ersten Campingplatz angefahren, 5 Sterne Schickimicki, aber dafür wieder direkt am See und mit gaaanz heißer Dusche.
Nur Rauchen kann man sich hier sehr schnell abgewöhnen, der Versuch ein Päckchen Tabak zu kaufen wurde vom Preisschild unterbrochen, es zeigte 265 NOK, Kurs 1:8 ungefähr. Jetzt Klaviermusik in der Lobby des angrenzenden Hotels und vor allem WiFi, yeahhr.

Wetter!

Kurzes Familientreffen in Dänemark und weiter ging es zur Fähre in Richtung Kristiansand. Nach einer Überfahrt bei gefühlter Windstärke 12 scheidet der Beruf als Krabbenfischer für mich aus. Nach 3,5 Stunden empfing uns Norwegen mit bestem Wetter für wildes Campen, danke Regengott. Wir fanden auf Anhieb (nach 3 Stunden Fahrt) einen Stellplatz direkt am Fluss und die erste Nacht war nach den letzten Tagen wirklich erholsam. Der nächste Tag begann mit Sonnenschein und für das richtige outdoor feeling war das Bad im Fluss obligatorisch. Danach hieß es auf in Richtung Norden, das Ziel Bergen steht nach wie vor. Da man andauernd mit kleinen Fähren übersetzen muss und die Straßen oft nicht mehr als 60 km/h zulassen, war es bereits nach 18 Uhr als wir die Suche nach einem neuen Stellplatz aufgaben und einen Campingplatz in Preikestolen zur Übernachtung wählten. Es hätte auch ein solcher in Zingst sein können, denn 90 % aller Kennzeichen tragen ein “D”. Prima wild life.