Teäre Line

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Was – die Fähre nach Schweden, Norwegen, Finnland? Nein, die Teäre Line ist eine 6 km Riesenanaconda und schlängelt sich in angeblich 130 Kurven von der Mittelstation der Gaislachkogelbahn als Flowtrail hinab nach Sölden.

Sie ist die erste Attraktion im entstehenden Bikepark „Bike Rebublic Sölden“ und die Premiere ist absolut geglückt, wie ich finde. Die Strecke bietet für alle Ansprüche die richtige Herausforderung, je nachdem wie hoch der Speed gewählt wird. Wer es einmal „offbike“ vergleichen möchte, macht 10 Minuten lang Hock-Strecksprünge und schaut was die Beine dann sagen ;). Nach vier Abfahrten haben meine Beine und die Konzentration den Biketag für mich beendet. Ein Ganztagesticket lohnt meiner Meinung nach also bisher nicht, außer man legt größere Pausen ein.

Wer eine ruppige, mit Wurzeln, Drops, Doubles und Steinen übersäte Downhillstrecke erwartet wird hier allerdings enttäuscht. Dafür gibt es aber im letzten Teil hinunter ins Tal (nicht im Video zu sehen, zweigt von der Straße ab, ist ausgeschildert als „Teäre Line Schwer“) einen gesonderten Enduro-Trail, der nach der zehnminütigen Abfahrt noch einmal alles fordert, weshalb er auch eine Stage der diesjährigen European Enduro Series (EES) war.

Der Ötzi war Trailbuilder

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Seit gestern verweilen wir nach einer guten Stunde Anfahrt im Ötztal, genauer gesagt im höchstgelegenen Kirchdorf Österreichs – Obergurgl auf 1.900 hm. Die Region rund um Sölden ist bekannt für ihr gut ausgebautes Mountainbike-Wegenetz und da es seit diesem Jahr auch einen Bikepark mit erstem Flowtrail gibt, fiel die Entscheidung nicht schwer.

Heute war aber nach den „gelifteten“ Auffahrten der letzten Tage im Bikepark Serfaus-Fiss-Ladis endlich eine „richtige“ Singletrail-Tour geplant. Die wirklich gut gemachte Website des Ötztals spuckte bei den Filtern „Singletrail“ und „Schwer“ sogleich den Hochsölden Panorama Trail aus, welcher dank GPX-Download gleich auf das Garmin Edge 510 wanderte, welches zukünftig meine Orientierungslosigkeit auf Touren etwas einschränken soll. Fazit vorab – Navigation mit dem Edge absolut bestanden, außer das ich den Parkplatz am Start-Zielpunkt nicht wiedergefunden habe, musste ich nicht für ein Schild auf der Tour anhalten.

Nachdem ich die Rennradfahrer auf dem Transfer nach Sölden noch belächelte, welche in praller Sonne die Asphaltstraße hochkurbelten, fand ich mich keine 15 Minuten später auf einer solchen selbst strampelnd wieder. Denn circa 750 hm von den 960 hm Gesamtleistung werden bis zur Gaislachkoglstation „Mitte“ am Stück gekurbelt! Kann man machen, der Spaßfaktor für mich war allerdings eher gering, die Landschaft und Vegetation aber ein guter Trost.

Nach der Mittelstation geht es endlich los, der erste Singletrail schlängelt sich durch alpine Aussichten … wenn nicht gerade Kühe im ersten Gang trabend den Weg versperren oder Wanderer erst ermutigt werden müssen den „shared trail“ auch als solchen zu begehen, was zum Glück „ganz gut“ funktionierte. Der Spaß ist ziemlich kurz, denn sogleich folgt noch einmal eine Asphaltauffahrt zur Rettenbach Alm, welche aber kurz und schmerzlos absolviert werden kann, denn die Belohnung wartet bereits sichtbar auf dem oben gelegenen Hang.

Ab hier geht es richtig los, das vielstrapazierte Bikerwort „epic“ trifft es ziemlich gut. Ohne große Gefahrenquellen kann man es richtig laufen lassen, der Abhang rechts nebenan lässt mich allerdings doch lieber mehr auf den Trail schauen als die Kulisse es verdient hätte. Nach kurzer Hochsöldener Durchfahrt geht es mit viel Flow in Richtung Leiteralm. Die dort beginnende Schotterstraße lässt mich kurz schaudern, kann es das schon gewesen sein? Nein! Denn nach ein paar Biegungen zeigt das Garmin senkrecht in den Wald – wow, jetzt geht’s erst richtig los. Eine technische Abfahrt reiht sich an die nächste. Hier ist kein Flow Zuhause (Smiley an Stephan), was den Spaß aber nicht verdirbt, sondern eher steigert – mit dem Popo hinter dem Sattel zirkelt man um Steinabsätze, Wurzeln und mit teilweise Anliegern verbaute Kurven, super geil, really! Einem „shared trail“ folgend geht es danach wieder flowiger in Richtung Sölden, wo der Spaß erst beim Erreichen der Häuser des Ortes endet. Genial!

Bike parken? Nee, Abfahrt!

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Nach ein paar Abfahrten im Bikepark ging es noch einmal zum Frommestrail, um vielleicht doch die „richtige“ Streckenführung im unteren Teil zu finden. Ich mache es kurz – es gibt keine, so die Aussage zweier Mitstreiter auf dem Weg, der Trail endet ziemlich weit oben auf einer Forststraße, welche ins Tal führt. Nuja, kurze „Shortcuts“ auf Wanderpfaden waren dann doch zu finden, sind wohl allerdings eher inoffiziell und im Video daher nicht zu sehen, so munkelt man.

Herr Conrad sucht den Frommestrail

Nach leidiger gestriger Anfahrt, 8,5 Stunden, empfängt uns SFL (Region Serfaus-Fiss-Ladis) mit 32 °C und Sonnenschein. Bevor das Wetter die nächsten Tage umschlägt heißt es schnell die ersten Abfahrten zu erkunden. Da wir einfach nicht aus dem Bett gekommen sind, lasse ich den Bikepark für heute Links liegen und wir fahren mit der Schönjochbahn, dank Supi-Spitze-Prima-Sommer-Karte kostenfrei*, auf 2.417 Meter (* Bike kostet 10 Euro extra).

Der Frommestrail startet nach einem kurzen Uphill zum Kreuz direkt mit einer grandiosen Aussicht auf den Speichersee Frommes – so muss das aussehen, das Bikerherz schläg höher. Von einem flowigen Start kann allerdings keine Rede sein, der geröllige Trail fordert Konzentration und die Wanderer versuchen ebenfalls Traktion aufzubauen. Langsam offenbart sich die Kategorisierung „Schwarz / Expert“ auf der Trailmap vom Bikepark SFL mit einer Einstufung von S2 bis S4 auf der Singletrail-Skala. Nach dem Frommeskreuz freut sich das Vorderrad über etwas Vegetation zum Verbeißen, es wird griffiger und schneller.

Leider passiert mir etwas, was im Thüringer Wald noch verzeihbar zu korrigieren ist, in den Alpen nur mit sehr viel Kondition – ich nehme die falsche Abfahrt und finde mich auf einem verblockten schmalen Wanderstieg in Richtung Ladis wieder. Ich motiviere mich die kleine Herausforderung anzunehmen, aber die Laune ist im Keller und der untere Teil des Frommestrail bleibt für mich unentdeckt. Ich schiebe es natürlich auf die schlechte Beschilderung, schließlich habe ich Urlaub! Eine Wiederholung wird bockig abgelehnt.

Forststraßenparadies am Traunstein

Ja, mit den Radfahrern haben sie sich noch nicht arrangiert, hier im Salzkammergut, zumindest was die mögliche Koexistenz von Wanderern und Mountainbikern auf ausgewiesenen Wegen angeht. Hier sind nur sehr wenige Forststraßen (also keine Trails) überhaupt für Radfahrer freigegeben. Schade, aber natürlich hält man sich an die Vorgaben, denn Provokation ist ja bekanntlich kontraproduktiv. Servus.

Willkommen

in der Schrebergartenkolonie am Timmendorfer Strand (Insel Poel). Nach einer langen Nacht durch komplett Dänemark erwartete uns die Ostsee und bei badetauglichem Wetter kann man über den Kulturschock schnell hinweg kommen (zumindest für zwei Nächte). Um nicht allzu sehr aufzufallen, haben wir die Rituale der Stammeshäuptlinge weitestgehend übernommen (Rasenmäher für den Stellplatz hatten wir leider nicht mit und Gartenzwerge waren uns zu teuer) und uns durch das Anbringen der Herkunftsfahne am Bug des Schiffs sofort integriert.
Mit einem letzten abendlichen Spaziergang konnte die Fuji X20 auch auf einmal Farbe knipsen, ohne Stativ und nach zwei Radeberger hat aber auch dies für Schnappschüsse gut funktioniert.
Somit endet der diesjährige Urlaub mit knapp 3.000 km im Bus und mächtig vielen Bildern im Kopf und Herz. Norwegen wir sehen uns!

Tschüss Norwegen

Mit dem letzten Stopp in Hornnes kam auch endlich die Sonne und so blieben wir einfach noch zwei Tage in traumhafter Natur. Am Abreisetag dann noch eine neue Überraschung, die Batterie vom Bus hat sich auch komplett ausgeruht. Zum Glück war der süße Bulli von nebenan absolut safaritauglich ausgerüstet und so haben wir die Fähre in Kristiansand pünktlich bekommen.

Ausgesperrt

Wenn man sich im Urlaub mal ein wenig Abwechslung wünscht, weil gerade alles so entspannt und ruhig ist, geht das ganz einfach. Man packt alles, also wirklich alles wie Handy, Tasche, Portemonnaie und Ausweis, ins Auto und legt den Autoschlüssel einfach dazu. Aber er sollte nicht im Zündschloss stecken, das wäre zu einfach.

Dann schiebt man einfach alle Türen zu und schwupp, nach ein paar Sekunden macht die automatische Türverriegelung dicht und das Herz eine kurze Pause, so circa 30 Sekunden. Danach läuft man mindestens 5 Runden um das Auto, es könnte ja doch irgendwo ein Tür nicht richtig geschlossen sein, was allerdings gegen die Regeln des Spiels ist.

Der Schwierigkeitsfaktor lässt sich dabei modular verändern, beliebte Bausteine sind dabei: Samstag Abend, Dunkelheit, Kälte und als matchmaker: Aufenthalt im Ausland, Fremdsprache und Parken im Nirgendwo.

Wenn man genug hat geht das Spiel auch ganz schnell zu beenden, die Seitenscheibe zerspringt durch einen gekonnten Schlag mit einem Stein in tausend Scherben, oder man hat Glück, steht wie wir auf einem Campingplatz, der nette Mensch an der Rezeption ruft einen Autoservice mit Wochenendbereitschaft, dieser hebelt die Seitentür fachmännisch etwas auf, man hat Glück und der Schlüssel liegt direkt auf dem Beifahrersitz, es macht schwupp und die richtige Taste wird mit einem langen Draht gedrückt und die ZV springt auf.

Nach dem kurzen aber wichtigen Jubel ruft man in Deutschland die Servicenummer der Versicherung an, zahlt gleich beim netten norwegischen Autoknacker per Visa und bedankt sich mit dem letzten deutschen Bier aus dem Kasten, welches freudig angenommen wird.

Das Herz darf wieder normale Frequenzen schlagen die Nacht im Bus ist umso ruhiger.


Da wir immer noch mit Dauerregen zu kämpfen haben, haben wir beschlossen die Kurve schon unterhalb von Bergen wieder nach Süden zu kratzen, um Anfang nächster Woche die Fähre in Kristiansand wieder gehn Dänemark zu nehmen.
Gestern hatten wir doch glatt ein paar Sonnenstrahlen und haben sofort den erst besten Stellplatz angefahren, direkt am Wasser und toller Kulisse auf die Berge. Heute dann wieder die ganze Fahrt durchweg nass, aber dafür mit einem traumhaften Zwischenstopp auf einem Hochplateau. Leider überall „no Camping“. So schön das wilde Camping auch ist, das Wetter muss passen, sonst ist die Euphorie nach ein paar Tagen dahin und die heiße Dusche ruft. So auch heute. Einfach den ersten Campingplatz angefahren, 5 Sterne Schickimicki, aber dafür wieder direkt am See und mit gaaanz heißer Dusche.
Nur Rauchen kann man sich hier sehr schnell abgewöhnen, der Versuch ein Päckchen Tabak zu kaufen wurde vom Preisschild unterbrochen, es zeigte 265 NOK, Kurs 1:8 ungefähr. Jetzt Klaviermusik in der Lobby des angrenzenden Hotels und vor allem WiFi, yeahhr.