Vermunt, Trominier, Silvretta und das Wetter

Nach einem total verregneten Vormittag war die Euphorie endlich aufs Bike zu kommen kaum auszuhalten (wo sind die WordPress-Ironie-Tags?). Wir rollten bei feinem Nieselregen in Richtung Partenen, wo es mit der Vermuntbahn hinauf zum gleichnamigen Stausee gehen sollte. Wer nicht die Bahn nehmen möchte, kann auch die Europatreppe 4000 – Europas längste Treppe, 4000 Stufen mit 700 Höhenmetern – nach oben erklimmen. Wir mussten leider fahren, hatten wir ja die Räder dabei ;).

Oben erwartete uns eine fantastische Sicht von geschätzten 20 Metern. Etwas verdutzt rollten wir in den Trominier-Stollen, wo es nicht nur noch kälter als draußen war, sondern auch ziemlich dunkel trotz Notbeleuchtung. Dieser ist mit 1,5 km schon ganz schön lang, laufen hätten wir diesen nicht gewollt. Auch nach dem Tunnel nichts als grauer Wolkenmatsch, erst nach einigen Kurven auf der Straße (meine Asphaltallergie meldete sich umgehend) in Richtung Bielerhöhe klärte es endlich auf. Dort angekommen hatten wir nun Sonnenglück und einen netten Blick auf den Silvrettasee. Die Abfahrt in Richtung Kops mit gleichnamigen Stausee belohnte uns mit alpinem Flair vom Feinsten.

Nachdem der GoPro-Akku (ich hatte natürlich nur einen mitgenommen, die Einstiegsrunde sollte doch nicht länger als 2 Stunden dauern) seine letzten Ampere in ein vernebeltes Bild des Kops-Stausee verwandelt hatte entschied ich mich (die Asphaltallergie bekämpfend), anstatt dem Geschlängel der Straße folgend, für einen Wanderstieg mit roter Markierung Talabwärts zurück nach Partenen. Jetzt kenne auch ich den Unterschied zwischen den gut fahrbaren gelben Wandermarkierungen und den roten. Gelohnt hat es sich trotzdem.

Warum auf dem Gletscher Eis liegt

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… wissen wir jetzt! Hier am Morteratsch-Gletscher, unweit von Pontresina und St. Moritz, hat es sich trotz Hochsommer in den letzten Nächten so abgekühlt (letzte Nacht –1°C), dass wir nicht nur einen neuen Schlafsack gekauft haben, sondern auch kein Auge zugemacht haben. Nach einer Mini-Tour in Richtung Berninapass (die Müdigkeit siegte und eine Überquerung war mental ausgeschlossen) und nach Pontresina wurden wir von der schweizerischen Preispolitik für Liftkarten schockiert (Tageskarte pro Person 64 CHF) und haben uns trotz dieser wundervollen Natur für eine Weiterfahrt zurück nach Österreich entschieden. Gerade angekommen (Region Montafon) musste erst einmal eine Bike-Werkstatt gefunden werden, denn die gute Louise (mit Nachnamen Magura) an Anjas Bike muss dringend entlüftet werden. Soeben der Anruf aus dem benachbarten Shop – alles fertig! Tip top, morgen kann es losgehen.

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X und Z und Schluss

Nach einem bike-freien Ruhetag am Dienstag ging es gestern und heute auf die nagelneue Trek Z-Line hier in Hinterglemm am Zwölferkogel und die bekannte X-Line in Saalbach vom Schattberg Ostgipfel. Damit ist die Zeit hier schon wieder vorbei und wir machen uns morgen auf den Weg Richtung Schweiz, wo das 180 mm-16 kg-Gefährt gegen das Tourenbike getauscht wird.

Blue Line & Hacklbergtrail

Gestern noch schnell den Lenker um 4 cm gekürzt, damit ich nicht wieder irgendwo hängenbleibe, konnte es heute gleich zum Testlauf für die leider immer noch etwas angeschlagene Hand gehen. Mit Wrist Wrap, Body Armor, Leatt Brace, Hydro Pack, Goggle, Full Face und Knee Guards (um auch wirklich viele wichtigen szenetypischen Vokabeln genannt zu haben) ging es gleich um 9:00 Uhr mit der Reiterkogelbahn an den Start der Freeridestrecke „Blue Line“. Ergebnis – Hand spielt mit, aber Kondition ist absolut keine Vorhanden – kein Wunder nach 5 Wochen Bike-Abstinenz, mal vom massiven Downhill-Training dieses Jahres zu schweigen.

Danach gleich nach Saalbach gerollt und mit dem Schattberg-X-Press hoch auf den Ostgipfel gegondelt. Die Schiebeeinlage zum Westgipfel (die Bahn dorthin ist nur im Winter in Betrieb) kannte ich ja schon, diesmal nicht mit Carbon-XC-Feile, sondern komplett bepackt und mit 16 kg Lebendgewicht auf zwei Rädern, puh. Aber auch diesmal hat es sich gelohnt – ein Trail ohne großen fahrerischen Anspruch – also genau richtig für mich ;) – wunderschönes Alpen-Panorama und nicht ein Wandersleut auf der Piste. Yippie.

Jetzt Hand kühlen und Pasta kochen.