Unter den Geislern – Enduro hoch Drei

Blut geleckt von den faszinierenden Kulissen der Geislerspitzen, der Puezgruppe, der Sellagruppe und der Langkofelgruppe möchte ich nach dem etwas faden Start zum Sella-Joch nun eine richtige Enduro-Tour mit Panorama, Gerumpel, Wurzeln, Steinen und alles am liebsten noch über viele Stunden und mit nur mäßigen, flowigen Uphills verbunden.

Wieder das Internet bemüht, ein paar Portale und Foren durchstöbert, um danach genauso schlau wie vorher zu sein. Ein Begriff taucht aber immer wieder auf – „Unter den Geislern“. Auch dafür gibt es GPS-Daten zum Download (Klick) und ich stehe vor der Entscheidung wieder 1.000 hm hochzutreten, oder mit der Raschötz-Bahn oben zu starten. Ich muss irgendwie an die ganzen E-Biker hier denken und fühle mich komisch beim Gedanken des „cheatens“. Im Bikepark ist das für mich ganz normal, aber eine Tour ohne Uphill zu starten kommt (noch nicht) in Frage.

Eine halbe Stunde später würde ich meine Meinung gerne wieder ändern, mein Gekurbel besteht aus 200 Metern fahren, dann eine Minute Pausieren. Die 1.000 hm verteilen sich auf ca. 8 km, somit brauche ich gute 2,5 Stunden bis zum Gipfel, vorbei an der Raschötzhütte zur Heilig-Kreuz-Kapelle und schließlich auch auf den Gipfel (letzteres ist nur schiebend für mich möglich). Die Belohnung ist ein grandioses Panorama, mir fehlen nicht nur die passenden Worte, sondern auch die Namen zu den angrenzenden Tälern und Bergen. Jetzt kann es losgehen, das Adrenalin zirkuliert.

Links, Rechts, Steine – immer den Blick auf die Bergsilhouette und den Wunsch nach noch mehr davon. Es kann nur hier entlang gehen! Ein kurzer Blick aufs Garmin sagt, Nein. Viel zu weit unten, och Nö. Also wieder eine Schotterrampe raufgeschwitzt und zum Glück ist nach 5 Minuten die Raschötzbahn erreicht – das Garmin ist ebenfalls zufrieden, es kann weitergehen.

Durch ein Kuhgitter vorbei an deren Hinterlassenschaften biegt der Weg in einen dichten Nadelwald ab und verspricht einem steinig-wurzligen, mäßig steilen und kurvigen Wanderstieg zu folgen, yes! Die Euphorie wird gebremst von einem Wolkenbruch und der Erkenntnis das das Garmin schon wieder andere Pläne hat. So harre ich eine viertel Stunde untergestellt aus und ziehe dann doch meine Regenjacke mal an, schließlich habe ich sie dabei, sonst hätte es wohl nicht geregnet. So meine Selbstargumentation. Wo entlang nun, die Skipiste vor 100 Metern geradeaus hinunter, oder den verheißungsvollen Trail direkt unter mir?

Die Entscheidung wird mir abgenommen als plötzlich zwei Mädels ziemlich selbstbewusst an mir vorbeidüsen wollen. Moment mal, da geht’s ordentlich technisch bergab und nass ist es zudem – eine Kombination die man mögen muss. Ich frage nur kurz ob es der richtige Weg zur Seceda-Mittelstation ist und hänge mich einfach frech davor. Das war die Rettung, ein genialer Trail, zwar mit viel Geröll im unteren Bereich, aber genau so wie er es oben erahnen ließ. An der Liftstation zur Seceda sind die Mädels nur Augenblicke nach mir angekommen und wir beglückwünschen uns zur richtigen Abfahrtsentscheidung.

In der Gondel wird die nachfolgende gemeinsame Weiterfahrt von Steffi, Laura und mir beschlossen. Fachsimpelei über Bremsen, Fahrtechnik und alternative Trails auf der Route bestärken mich in meinem Gefühl das ich hier nicht immer vorne weg fahren werde und ich freue mich über eine spannende Enduro-Tour zu Dritt.

Der Rest ist besser in Bildern erzählt, denn diese Tour (wir haben dank Steffi noch ein paar zusätzliche Trails eingebaut, welche auf dem GPS-Track ansonsten auf Schotterwegen stattgefunden hätten) war einfach der Hammer. Aber so richtig, danke! Viel zu spät und saudreckig erreiche ich das Parkhaus in St.Ulrich, habe aus Zeitgründen den letzten Trail von der St. Jacob-Kirche auslassen müssen, bin aber total zufrieden und freue mich auf meine Frau und den kleinen Carl. Gute Nacht, what a perfect day!

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